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Was ein Passwort wirklich sicher macht.

Nicht das Ausrufezeichen am Ende. Nicht die Null statt dem O. Sondern Länge, und dass es nirgendwo sonst benutzt wird.

Warum die alten Regeln nie funktioniert haben.

Jahrzehntelang galt: mindestens acht Zeichen, ein Großbuchstabe, eine Zahl, ein Sonderzeichen, alle neunzig Tage wechseln. Herausgekommen ist überall dasselbe Muster. Aus Sommer wurde Sommer2024, aus Sommer2024 wurde Sommer2024 mit Ausrufezeichen, und beim nächsten Wechsel zählte jemand eins hoch. Angreifer kennen dieses Muster besser als die Regelwerke, die es erzeugt haben. Deshalb empfiehlt heute auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik keinen regelmäßigen Wechsel mehr, sondern lange Passwörter, die nur gewechselt werden, wenn es einen Anlass gibt.

Länge schlägt Komplexität.

Jedes Zeichen verdoppelt mehrfach

Ein Zeichen mehr vervielfacht die Zahl der Möglichkeiten. Ein Sonderzeichen an einer festen Stelle dagegen erhöht sie kaum, weil Angreifer genau diese Stelle zuerst durchprobieren.

Vier Wörter schlagen acht Zeichen

Vier zufällig gewählte Wörter hintereinander sind länger, leichter zu merken und schwerer zu raten als jedes Kryptische mit acht Stellen. Entscheidend ist, dass die Wörter wirklich zufällig gewählt sind und nicht Ihr Lieblingszitat ergeben.

Was heute als Richtwert gilt

Für das eine Hauptpasswort, das Sie sich merken: mindestens zwanzig Zeichen oder vier bis fünf zufällige Wörter. Für alle anderen Zugänge: vom Manager erzeugt, lang und zufällig, und nie zweimal verwendet.

Der wichtigste Punkt steht nicht in den Regeln

Ein perfektes Passwort, das Sie bei zehn Diensten benutzen, ist schwächer als zehn mittelmäßige, die jeweils nur einmal vorkommen. Die Wiederverwendung ist das eigentliche Problem, nicht die Zeichenwahl.

Wie Sie sich eines wirklich merken.

Sie brauchen genau ein Passwort im Kopf, das für den Tresor. Nehmen Sie dafür vier Wörter, die nichts miteinander zu tun haben, und verbinden Sie sie zu einem Bild, das nur in Ihrem Kopf Sinn ergibt. Je absurder, desto besser bleibt es haften. Was Sie nicht tun sollten: Namen von Familie oder Haustieren, Geburtsdaten, der Straßenname, das Lieblingslied. All das steht in sozialen Netzen und wird zuerst probiert. Schreiben Sie das fertige Passwort einmal auf einen Zettel, bis es sitzt, und verwahren Sie den Zettel zu Hause und nicht am Arbeitsplatz. Ein Zettel im Schreibtisch zu Hause ist sicherer als ein schwaches Passwort im Kopf.

Häufige Fragen. Klare Antworten.

Ihre Frage ist nicht dabei? Schreiben Sie uns, wir antworten persönlich.

Wie lang muss ein Passwort heute sein?

Für das Hauptpasswort Ihres Tresors mindestens zwanzig Zeichen, besser mehr, oder vier bis fünf zufällig gewählte Wörter. Für alle übrigen Zugänge spielt die Länge für Sie keine Rolle mehr, weil der Manager sie erzeugt und einsetzt. Dort sind zwanzig zufällige Zeichen der sinnvolle Standard.

Soll ich meine Passwörter regelmäßig wechseln?

Nein, nicht ohne Anlass. Erzwungener Wechsel führt nachweislich zu schwächeren Passwörtern, weil Menschen dann hochzählen. Wechseln Sie, wenn ein Dienst eine Datenpanne meldet, wenn Sie ein Passwort doppelt verwendet haben oder wenn Sie den Verdacht haben, dass jemand es kennt.

Sind Sonderzeichen sinnlos?

Nicht sinnlos, nur überschätzt. Zufällig verteilte Sonderzeichen in einem langen Passwort helfen. Ein Ausrufezeichen am Ende, weil das Formular es verlangt, hilft praktisch nicht, weil genau das jeder tut und Angreifer es als Erstes durchprobieren.

Was ist mit Passkeys, brauche ich dann noch Passwörter?

Passkeys ersetzen das Passwort bei immer mehr Diensten und sind dort die bessere Lösung, weil sich nichts abfangen lässt. Nur unterstützt sie noch längst nicht jeder Dienst. Bis dahin brauchen Sie beides, und ein Tresor verwaltet beides an einem Ort.

Darf ich mein Passwort aufschreiben?

Für das eine Hauptpasswort ja, wenn der Zettel zu Hause und nicht am Arbeitsplatz liegt. Der häufigste Angriff kommt aus dem Netz, nicht aus Ihrer Schublade. Für alle anderen Zugänge entfällt die Frage, weil Sie sie gar nicht kennen müssen.

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