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Zero-Knowledge, einfach erklärt.

Der Anbieter kann Ihre Daten nicht lesen. Nicht, weil er es verspricht, sondern weil er technisch keine Möglichkeit dazu hat.

Das Bild, das alles erklärt.

Stellen Sie sich ein Bankschließfach vor, bei dem die Bank keinen Zweitschlüssel hat. Sie kann das Fach aufbewahren, bewachen, gegen Feuer sichern und Ihnen jederzeit herausgeben. Öffnen kann sie es nicht. Fragt jemand die Bank nach dem Inhalt, ist die ehrliche Antwort: Wir wissen es nicht. Genau das bedeutet Zero-Knowledge bei Software. Der Anbieter verwahrt Datenblöcke, die er selbst nicht entschlüsseln kann, weil der Schlüssel nie bei ihm war.

Was dabei wirklich passiert.

1. Aus dem Passwort wird ein Schlüssel

Ihr Hauptpasswort wird auf Ihrem Gerät durch ein bewusst langsames Verfahren geschickt, das daraus einen Schlüssel errechnet. Langsam ist hier das Ziel: Jeder Rateversuch kostet dadurch spürbar Rechenzeit.

2. Verschlüsselt wird vor dem Senden

Jeder Eintrag wird auf Ihrem Gerät verschlüsselt. Erst danach geht er auf die Reise. Der Server sieht von Anfang an nur unlesbare Blöcke.

3. Der Schlüssel bleibt, wo er ist

Er wird nie übertragen und nie gespeichert. Schließen Sie den Tresor, verschwindet er aus dem Arbeitsspeicher. Beim nächsten Öffnen wird er aus Ihrem Passwort neu errechnet.

4. Angemeldet wird ohne Passwort

Der Server bekommt nicht das Passwort, sondern einen daraus abgeleiteten Nachweis. Er kann damit prüfen, dass Sie es kennen, aber nicht daraus zurückrechnen, wie es lautet.

5. Teilen, ohne zu entschlüsseln

Soll ein Kollege einen Ordner sehen, wird der Ordnerschlüssel mit seinem öffentlichen Schlüssel verpackt. Nur er kann ihn auspacken. Der Server reicht das Paket weiter, ohne hineinzusehen.

Was es kostet.

Ehrlichkeit gehört dazu: Zero-Knowledge hat einen Preis, und den zahlen Sie. Vergessen Sie Ihr Hauptpasswort, kann niemand es zurücksetzen. Es gibt keinen Support, der das repariert, denn ein Support, der es könnte, könnte auch mitlesen. Deshalb gehört zu jedem ernsthaften Zero-Knowledge-Produkt ein Wiederherstellungsschlüssel, den Sie einmal ausdrucken und an einem sicheren Ort verwahren. Außerdem muss ein Teil der Arbeit auf Ihrem Gerät passieren, was die Software etwas aufwendiger macht. Beides ist der Preis dafür, dass niemand außer Ihnen hineinsehen kann.

Häufige Fragen. Klare Antworten.

Ihre Frage ist nicht dabei? Schreiben Sie uns, wir antworten persönlich.

Ist Zero-Knowledge dasselbe wie Ende-zu-Ende-Verschlüsselung?

Fast. Ende-zu-Ende beschreibt den Weg: Verschlüsselt beim Sender, entschlüsselt beim Empfänger, dazwischen liest niemand mit. Zero-Knowledge beschreibt die Folge daraus für den Anbieter: Er hat zu keinem Zeitpunkt die Mittel, den Inhalt zu lesen. In der Praxis meint beides dasselbe Prinzip aus zwei Blickwinkeln.

Woran erkenne ich, ob ein Anbieter es wirklich macht?

An drei Dingen. Erstens: Kann er Ihr Hauptpasswort zurücksetzen? Wenn ja, kann er auch lesen. Zweitens: Beschreibt er das Verfahren nachvollziehbar, mit Namen und Schlüssellängen, oder bleibt es bei Werbeworten. Drittens: Gibt es einen Wiederherstellungsschlüssel, den nur Sie besitzen. Fehlt der, ist die Frage, wer Sie sonst wieder hineinlässt.

Was sieht der Anbieter denn überhaupt?

Die technischen Begleitdaten: dass ein Konto existiert, wann es sich angemeldet hat, wie viele Einträge es gibt und wie groß sie sind. Nicht aber, welche Dienste Sie nutzen oder wie die Zugangsdaten lauten. Diese Begleitdaten lassen sich nicht vollständig vermeiden, ohne dass der Dienst aufhört zu funktionieren. Wer behauptet, gar nichts zu sehen, beschönigt.

Schützt Zero-Knowledge auch vor einer Behörde?

Vor dem Herausgeben von Inhalten ja, denn der Anbieter kann nicht herausgeben, was er nicht entschlüsseln kann. Nicht geschützt sind die Begleitdaten aus der vorigen Antwort. Und es schützt nicht davor, dass jemand Zugriff auf Ihr eigenes Gerät erhält, während der Tresor geöffnet ist.

Was passiert bei einem Einbruch beim Anbieter?

Angreifer erbeuten verschlüsselte Blöcke. Ohne Ihr Hauptpasswort ist daraus nichts zu machen. Die einzige verbleibende Angriffsfläche ist das Raten Ihres Passworts, und genau deshalb zählt dessen Länge mehr als jede Sonderzeichenregel. Was ein Passwort sicher macht.

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